Patienten und ihre Angehörigen sind in der heutigen Zeit oftmals einem beträchtlichen Spannungsfeld ausgesetzt. Diesem Spannungsfeld liegen verschiedene Ursachen zu Grunde, welche
Merkmale unserer heutigen Gesellschaft darstellen:
- Zeitmangel
- Kostendruck
- Umsatzorientierte Arbeitsabläufe
- Trend zur schematisierendenen Normierung und Vereinheitlichung von Arbeitsabläufen
- Trend zu Massenproduktion und Massenkonsum
- Anonymisierung des Einzelnen.
Auch unsere moderne, sicherlich sehr leistungsfähige Medizin wird in mehrfacher Hinsicht von diesen vorerwähnten Phänomenen beeinflusst.
So steht auf ärztlicher Seite im Routinebetrieb ärztlicher Arbeitsabläufe
nicht immer die Zeit zur Verfügung, welche wünschenswert wäre, um einem Patienten unter Berücksichtigung seiner persönlichen Belange eine möglichst optimale und umfassende Beratung und Informationsübermittlung zuteil
werden zu lassen. Umgekehrt kann auch patientenseitig Zeitmangel bestehen, so dass ggf. relativ zeitraubende Arztbesuche trotz eines vorhandenen Behandlungsbedarfs nicht erfolgen oder mehrfach zurückgestellt werden. Von
Zeitmangel können also Arzt und Patient gleichermassen betroffen sein.
Kostendruck
stellt in vielfältigen Bereichen der Medizin einen wesentlichen Faktor dar, welcher Art und Umfang bestimmter ärztlicher Massnahmen beeinflusst. “Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes”, möglichst “wirtschaftliche Leistungserbringung” bei “ausreichender und zweckmässiger Behandlung” stellen wesentliche Maxime des ärztlichen Handelns dar, welche von nicht-ärztlicher Seite vorgegeben werden. Verstösst ein Arzt gegen diese Gebote, muss er ggf. mit Sanktionen rechnen. Auch Leistungen der ärztlichen Information und Beratung werden in vielen Fällen nicht in adäquatem Verhältnis zum Zeit- und Arbeitsaufwand vergütet; diese Leistungen werden daher nicht in allen Fällen so umfassend durchgeführt, wie es für den jeweils persönlich Betroffenen wünschenswert wäre.
Umsatzorientierte Arbeitsabläufe
finden sich nicht nur in unmittelbar produzierenden Bereichen, sondern auch in der Medizin. Hier besteht ein unmittelbarer Bezug zu den nachteiligen Auswirkungen übermässigen Kostendruckes. Bei relativ geringer Vergütung einer bestimmten Leistung kann durch Steigerung der pro Zeit erbrachten Einzelleistungen ggf. eine Kompensation angestrebt werden. Die Qualität der jeweiligen Einzelleistung kann hierdurch beeinträchtigt werden. Dies gilt sicherlich auch für die Bereiche ärztlicher Beratung und Informationsvermittlung.
Trends zur Schematisierung, Normierung und Vereinheitlichung
prägen auch unsere neuzeitliche Medizin. Diese sind sicherlich positiv zu bewerten, sofern das Anliegen verfolgt wird, im Interesse einer Qualitätssicherung und Behandlungsoptimierung gewisse Standards vorzugeben. Die Individualität des Einzelfalles kann andererseits bei standardisierten Patientenbehandlungen nicht in jedem Fall gebührende Berücksichtigung finden. So sind z.B. standardisierte Aufklärungsbögen im ärztlichen Routineablauf hilfreich, wenn eine geforderte Patientenaufklärung vor einem ärztlichem Eingriff zu dokumentieren ist; ein ärztliches Eingehen auf die persönlichen Fragen des Patienten kann andererseits durch solche Standardtexte nicht ersetzt werden. Auch Behandlungsziele können durchaus auf verschiedenen therapeutischen Wegen erreichbar sein. Unter diesem Aspekt kann gerade bei informierten Patienten ein Bedürfnis bestehen, ggf. mehrere ärztliche Meinungen einzuholen oder verschiedene mögliche Behandlungskonzepte auf neutrale Weise mit einer Dritten Seite diskutieren zu wollen.
Die vorstehend dargelegten Problemfelder begünstigen auch in der Medizin Trends zu Massenproduktion und Massenkonsum
ärztlicher Leistungen, welche nicht immer mit optimierter Qualität und Individualität vereinbar sein können, wenn sie dem Slogan “möglichst viel Leistung zu möglichst günstigem Preis” folgen.
Die
Anonymisierung des Einzelnen
kann sich in der Medizin niederschlagen, wenn der Patient zum gewissermassen austauschbaren “Fall” wird, der nach einem quasi austauschbaren Schema standardisiert behandelt wird. In der Rolle eines solchen anonymisierten Patienten kann durchaus ein Bedürfnis entstehen, zusätzlich persönlichere Informationen oder Beratungen einzuholen.
Medizininfo-Online bietet Patienten und ihren Angehörigen in diesem skizzierten Spannungsfeld die Möglichkeit, medizinische Fragen einer möglichst umfassenden Beantwortung zuzuführen, soweit entsprechende
Erörterungen auf dem Schriftweg durchführbar sind.
Naturgemäss können und sollen solche Erörterungen nicht eine persönliche ärztliche Behandlung aus unmittelbarer ärztlicher Anschauung ersetzen. Auch setzt jede
ärztliche Behandlung eine Diagnosestellung voraus, welche grundsätzlich nicht “aus der Ferne”, ohne ärztliche Untersuchung, erfolgen kann.
Medizininfo-Online kann daher nicht den Anspruch erheben, einen notwendigen
Arztbesuch zu ersetzen.
Medizininfo-Online kann allerdings bei entsprechendem Patientenwunsch zusätzliche Hilfestellungen bieten, um den medizinischen Informationsstand des Patienten im Hinblick auf sein
Krankheitsbild zu verbessern, bei schwierigen Fragen ggf. zur Entscheidungsfindung beizutragen und den Patienten in die Lage zu versetzen, sich als Partner seines behandelnden Arztes mit der jeweiligen Behandlung
persönlich möglichst effektiv zu befassen und nach Möglichkeit identifizieren zu können.
In entsprechender Weise können sich auch Angehörige von Patienten bei Bedarf an Medizininfo-Online wenden.
Weiterhin besteht
die Möglichkeit, bei entsprechenden Problemstellungen kostenpflichtige medizinische Begutachtungen in Auftrag zu geben. Nähere Informationen finden sich unter